Leistungsniveaus

Die Verbände erfordern verschiedene Leistungsniveaus, über die wir dir hier einen umfangreichen Überblick verschaffen

Allgemeines über Leistungsniveaus

Es gibt über 3.000 Colleges in den USA mit verschiedenen Leistungsniveaus (athletisch und akademisch) und verschiedenen Kosten. Hier findest Du eine Erklärung zu den jeweiligen Divisions, was sie bedeuten und was für Optionen sie Dir bieten.

Das amerikanische College System ist anders als alles, was wir aus Deutschland kennen. College-Sport ist in den USA ein riesiges Geschäft mit Coaches, die jedes Jahr Budgets für Stipendien in der Höhe von mehreren Hunderttausend Dollar erhalten. Stipendien variieren zwischen einer Kostenübernahme der Unterrichtsgebühren bis hin zu einem so genannten „full ride scholarship“, welches Unterrichtsgebühren, Unterkunft, Verpflegung und sogar Bücher und Lehrmaterial abdeckt.

Die Colleges sind in eine Reihe von Sektoren und Divisions der jeweiligen Sportarten unterteilt:

NCAA, Division 1 und 2 (große öffentliche Universitäten)

NCAA Division 3 (in der Regel kleine Colleges)

NAIA (in der Regel private Colleges)

NJCAA (Junior/Community Colleges)

Die Top NCAA [National Collegiate Athletic Association] Teams spielen ihre Heimspiele vor mindestens 1.500 Fans. Der Zuschauerrekord liegt bei unglaublichen 22.000 Leuten.

Colleges wollen die bestmöglichen Sportteams bilden, weil sie eine extra Einnahmequelle generieren und es zudem hervorragendes Marketing ist, um zukünftige Studenten an die Universität zu locken.

Normalerweise findet man die talentiertesten Spieler in der NCAA Division 1. Dort sind die meisten Spieler, die den Sprung in den Profibereich schaffen, zu finden. Das bedeutet allerdings nicht, dass das fußballerische Niveau in den anderen Divisions zwangsläufig niedriger ist und man dort kein Profi werden kann.

Die meisten Spieler, die nicht aus Amerika kommen, finden sich zunächst in der NCAA Division 2 oder NAIA wieder. Dort gibt es weniger Vorgaben und Regeln (bzgl. der Stipendienhöhe) in Bezug auf ausländische Spieler.
 NJCAA ist der Verband, der sich mit Junior und Community Colleges befasst. Diese Art von Colleges sind 2-jahres Schulen, von denen man zu den „größeren“ 4-jahres Universitäten transferieren kann. Das kommt vor allem Spielern zugute, welche akademisch noch nicht die besten Werte vorzeigen können.

NCAA Division 1

Wenn man sich College-Sport vorstellt, denkt man an dieses Level. Leider vergessen die meisten, wie schwierig es ist, in die Division 1 zu kommen. Zunächst einmal sind viele Regeln zu beachten, zum Beispiel wieviele ausländische Studenten im Kader erlaubt sind. Des weiteren wird nicht nur sportlich, sondern auch akademisch viel von einem Studenten gefordert. Mit anderen Worten: die Spieler, die aus Europa direkt in die D1 gehen, kommen meist aus Nachwuchsleistungszentren der Bundesliga, Premier League und so weiter.

Falls Du nicht direkt in die D1 kommst, sollte Dich das jedoch keineswegs entmutigen! Viele Studenten starten in der NJCAA, NAIA oder NCAA Division 2. Wenn sie auf dem Platz und in den Klassen gute Leistungen zeigen, ist es nicht ungewöhnlich, dass sie an D1 Schulen transferieren. Es liegt also ganz bei dir, wie weit du es bringst.

NCAA Division 2

Diese ist vermutlich die populärste Division für Student Athletes, welche nicht aus Amerika kommen, da die Regularien eine größere Anzahl an ausländischen Spielern im Kader erlauben und die akademischen Ansprüche nicht ganz so hoch sind wie in der Division 1.

NCAA Division 2 Schulen sind in der Regel kleiner als die der NCAA Division 1, was aber nichts Negatives heißen muss. In größeren Colleges ist dein Team wahrscheinlich nicht so populär, weil dort Basketball und American Football Teams vertreten sind, deren Spiele auf ESPN in die ganze Welt übertragen werden. Sicher haben Fußballteams dieser Schulen immer noch zahlreiche Anhänger, aber in der Division 2 sind Fußballmannschaften oft die besten und bekanntesten Teams der Schule. Du wärest also ein großer Fisch in einem kleineren Teich.

Du wirst feststellen, dass einige D2 Teams fußballerisch sogar besser sind als einige D1 Teams, deshalb treten D2 Mannschaften im Frühjahr oft in Freundschaftsspielen gegen D1 Teams an und messen sich mit ihnen.

Wenn es Dein Ziel ist, Profi zu werden, ist die NCAA Division 2 immer noch eine große Bühne um Aufmerksamkeit zu erregen. Jedes Jahr werden viele Spieler aus der D2 gedraftet und D1 Colleges werden bei entsprechender Leistung schnell auf Dich aufmerksam.
 Die Coaches der großen Schulen verteilen normalerweise nicht gleich zu Beginn „full ride scholarships“ an Studenten von außerhalb der USA, weil sie in der Regel noch nicht für einen Startelf-Platz in Frage kommen. Stattdessen geben sie ihnen nach und nach mehr Spielzeit und erhöhen dementsprechend ihr Stipendium. An einem D2 College ein höheres Stipendium zu erhalten und später zu einem D1 College zu transferieren ist also eine starke Alternative.

NAIA

Das Level der NAIA ist, was die Größe der Schule und das fußballerische Niveau angeht, vergleichbar mit dem der NCAA Division 2. In NAIA Teams findest Du oft viele ausländische Spieler. Das liegt an den geringen Vorgaben und Regularien im Vergleich zu den anderen Divisions.

Wenn es dein Ziel ist, Profi zu werden, verhält es sich mit der NAIA ebenfalls ähnlich wie mit der NCAA D2. Viele Spieler werden jedes Jahr von dort in die MLS oder USL (die beiden höchsten Amerikanischen Ligen) gedraftet.

NJCAA

NJCAA Schulen gehen nur über 2 Jahre. Auf diese Colleges geht man um anschließend an ein 4-jahres Institut (NCAA, NAIA) zu wechseln. Das Fußballniveau ist vergleichbar mit dem der NAIA und NCAA Division 2.

Das ist eine großartige Alternative für Spieler, die auf hohe Stipendien aus sind und/oder noch nicht die akademischen Werte vorzeigen können, die an NCAA oder NAIA Schulen gefordert werden. Es ist eine tolle Möglichkeit, auf sich und sein Talent aufmerksam zu machen. Coaches von NCAA D1, D2 und NAIA Schulen bevorzugen oft Spieler von NJCAA Schulen gegenüber Spielern, die von außerhalb der Staaten kommen. Das liegt daran, dass sie sich davon überzeugen können, dass die Spieler mit dem College-Sport und dem Akademischen Level zurechtkommen. Es ist also ein geringeres Risiko für Coaches, jemandem ein hohes Stipendium anzubieten, der bewiesen hat, dass er mit dem System in Amerika klarkommt.